Der „Tempel auf Jerusalem“ - ein historisches Monument

Die Kirche Hl. Herz Jesu blickt auf eine hundertjährige Geschichte zurück. Mit der Industrialisierung des bäuerlichen Misburgs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen durch die zugewanderten Arbeitskräfte aus Posen, Ostpreußen und Schlesien nach der Reformation erstmals wieder Katholiken in die protestantisch geprägte Region.

Am 08. Oktober 1905 wurde die Kirche Hl. Herz Jesu auf dem Misburger Berg für die schnell wachsende Gemeinde eingeweiht. Der im neoromanischen Baustil gehaltene Katholische Tempel auf Jerusalem, wie er fortan im Volksmund hieß, bildete das religiöse und kulturelle Zentrum der vorwiegend polnisch sprechenden Gemeinde Misburg-Süd.

Nach der teilweisen Zerstörung im zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau 1948 war der Fortbestand der Kirche in den letzten 10 Jahren durch den demographischen Wandel und die stark abnehmende Zahl von Gemeindemitgliedern bedroht. Trotz Eingliederung der Gemeinde Hl. Herz Jesu in den Gemeindeverbund St. Martin Hannover-Ost war der Kirchort finanziell nicht mehr haltbar.

Mit der Entscheidung des Pastoralrates, in den Seitenschiffen Begräbnisstellen für Urnen zu errichten, hat die Kirche Hl. Herz Jesu eine neue Zukunft als Kolumbarium erhalten.

Ein christlicher Ort der Erinnerung und Hoffnung

Das Kolumbarium Hl. Herz Jesu setzt Zeichen für den christlichen Auferstehungsglauben. Ein Ort der Begegnung, der Raum für Trauer, Erinnerung und Hoffnung bietet. Ruhe für die Verstorbenen und Besinnung für die Lebenden stehen im Vordergrund. Im Kolumbarium finden Trauerfeiern und Urnenbestattungen sowie Eucharistiefeiern, Totengedenken und Requien statt. Für die Kath. Pfarrgemeinde St. Martin Hannover-Ost ist das Kolumbarium Hl. Herz Jesu das Zentrum für ihre Trauerseelsorge.

Eine Bestattungsform mit Tradition: Der Taubenschlag