Herz-Jesu-Kirche wird Urnenbegräbnisstädte

Bischof Norbert Trelle hat entschieden: Die Herz-Jesu-Kirche in Misburg-  Süd soll Urnenbegräbnisstätte werden.

Nun ist es offiziell: Die Herz-Jesu-Kirche in Misburg-Süd soll in eine  Urnenbegräbnisstätte umgewandelt werden. In der vergangenen Woche hatte der  zuständige Bischof Norbert Trelle den Priesterrat des Bistums Hildesheim zu  dieser Idee angehört. „Der Priesterrat hat den Plan mit überwältigender  Mehrheit für positiv erklärt“, sagt Michael Lukas, der Sprecher des Bischofs. Der  Bischof werde sich nun dieser Empfehlung des Rates anschließen und noch in  dieser Woche ein Dekret erlassen, dass die Umwidmung der mehr als 100 Jahre  alten Kirche beschließt.

Aus der Pressestelle des Bistums Hildesheim heißt es weiter: „Wenn das Dekret  vorliegt, beginnt die Planungsphase des Kolumbariums durch eine Arbeitsgruppe  unter Pfarrer Bernd Galluschke.“ Diese Planungen sind bereits weit  fortgeschritten. Es hat sogar schon einen Architektenwettbewerb zur Gestaltung  der Begräbnisstätte und technische Probebohrungen dafür gegeben. Der  Siegerentwurf sieht ein künstliches Weizenfeld vor, in dessen Ähren die Urnen  gestellt werden können. Auch der Termin für den letzten Gottesdienst steht  bereits fest: Am 20. Juni soll die Gemeinde ein letztes Mal vor der Umwidmung  zusammenkommen. Im Anschluss soll es auch noch ein Fest im benachbarten  Pfarrheim geben.

Gerade erst hatten die Gegner des Kolumbariums durch ein Schreiben aus Rom  Hoffnung geschöpft, ihre denkmalgeschützte Kirche doch noch erhalten zu  können. Denn anders als durch die Kirchenführung der Herz-Jesu-Kirche bereits  seit langem vermittelt, besagte das Schreiben, dass ein Dekret des Bischofs noch  nicht erlassen wurde. Die Zukunft der Kirche schien somit wieder offen. Nun  bleibt den Mitgliedern der Initiative „Alternative zum Kolumbarium“ nur noch  die Möglichkeit, Beschwerde gegen das Dekret von Bischof Trelle einzulegen.  „Wir werden alle möglichen Wege gehen, um die Kirche als Gotteshaus für die  Gemeinde zu erhalten“ sagt Christian Werner, Mitglied der Initiative. Zunächstwird sich die Gruppe an den Bischof wenden. Sollte dies ohne Erfolg bleiben,  werde eine Beschwerde direkt in Rom eingereicht.  Der Begriff Kolumbarium leitet sich übrigens vom lateinischen Wort  „columbarium“ ab, das so viel wie „Taubenschlag“ bedeutet. Damit werden kleine  Wandnischen in Grabanlagen und Katakomben bezeichnet, in denen Urnen  aufbewahrt werden.

von Anja Kelm

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ), 29.04.2009