Kolumbarium kommt vom lateinischen Wort columbarium, was übersetzt der Taubenschlag heißt. Wegen der optischen Ähnlichkeit zu einem Taubenschlag wurden ursprünglich altrömische Grabkammern bezeichnet, in denen in übereinander angebrachten Nischen die Urnen der Verstorbenen nach der Feuerbestattung beigesetzt wurden.
Eine Bestattungsform mit Tradition
Seit dem ersten Jahrhundert n. Chr. wurde die Urnenbestattung in einem Kolumbarium zu einer beliebten Beisetzungsform in Rom. Reiche Bürger, die für ihre Sklaven und Freigelassenen auch nach deren Tod sorgen mussten, sowie freie Bürger, die sich kein eigenes Grab leisten konnten, förderten den Bau von Kolumbarien. Die Stellplätze wurden bereits zu Lebzeiten
erworben und nicht selten über Sterbekassen finanziert.
Feuerbestattung - eine theologische Streitfrage
Feuerbestattungen waren über Jahrhunderte ein Streitthema. Die kirchliche Auferstehungslehren unterscheiden bei Menschen die unsterbliche Seele und den sterblichen Leib, die ihre Auferstehung wieder vereinen soll. Vorbild dafür ist die Auferstehung Jesu Christi, der als Sterblicher in Seele und Körper vereint auferstanden ist. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Feuerbestattung von der katholischen Kirche akzeptiert. Im Canon 1176, §3 heißt es dazu:
Nachdrücklich empfiehlt die Kirche, dass die fromme Gewohnheit beibehalten wird, den Leichnam Verstorbener zu beerdigen; sie verbietet indessen die Feuerbestattung nicht, es sei denn, sie ist aus Gründen gewählt worden, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen.
Renaissance der Feuerbestattung
Mit der Einführung der Feuerbestattung ab 1879 beginnt eine Renaissance der Kolumbarien in Deutschland. Neben Urnenkolonaden und Urnenwänden wurden kirchenähnliche Kolumbarien auf den Friedhöfen errichtet. Mit der Umwandlung von nicht mehr benötigten Kirchengebäuden entstehen ab dem Jahr 2006 die ersten kirchlichen Kolumbarien.
Das Kolumbarium Hl. Herz Jesu ist das erste kirchliche Kolumbarium im Bistum Hildesheim.